Die Schulform Förderschule

21. Mai 2021

Eltern haben in Niedersachsen die Möglichkeit für ihr Kind, für welches ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung nachgewiesen wurde, zwischen dem Besuch einer Förderschule oder einer inklusiven Beschulung an einer allgemeinbildenden Schule zu wählen. Während die inklusive Beschulung oftmals thematisiert wird, ist die Arbeit der Förderschulen häufig weniger präsent.

Um einen Einblick in die hochengagierte Arbeit der Förderschulen zu gewinnen, lud der AK Schulpolitik gestern Herrn Slawomir Budnik, Förderschullehrer, sowie Frau Margret Eulgem, Sek II-Leiterin der Selma-Lagerlöf-Schule, ein. Nach einer Vorstellung der Schulform und ihrer Besonderheiten im Schwerpunkt „Geistige Entwicklung“, stellte Herr Budnik praktische Beispiele aus dem Alltag, wie Werkstücke und den verwendeten Talker, vor. Frau Euglem schloss daran an, indem sie von der Arbeit in der Sek II (10. Bis 12. Schuljahr), der Vorbereitung auf ein möglichst eigenständiges Leben, sowie den beruflichen Perspektiven der Schülerinnen und Schüler berichtete. Am Beispiel der Selma-Lagerlöf-Schule wurde deutlich, wie intensiv und individuell mit einer Höchstklassengröße von maximal acht Schülerinnen und Schülern in multiprofessionellen Teams gelernt und Alltag gelebt wird. Die Schule setzt in ihrer Ausrichtung einen Schwerpunkt auf praktische Inhalte, bringt die Kinder zu Therapiezwecken, aber auch um das Verantwortungsbewusstsein zu stärken, mit Tieren vom Hamster bis zum Pferd zusammen und stärkt die Gemeinschaft u.a. durch die gemeinsame Schneefreizeit. Hier gibt es Ergotherapeuten vor Ort und Snoezelräume für Kinder, die aufgrund von Reizüberflutung eine Entspannungspause bedürfen.

Den spannenden Ausführungen schloss sich eine rege Diskussion, u.a. zu Kooperationen, inklusiver Beschulung im Vergleich sowie Perspektiven der Förderschularbeit, an.

Ich danke allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für den intensiven Austausch und insbesondere Frau Euglem und Herrn Budnik für die wertvollen Einblicke!