Märchenhafte Marienburg

1. Juni 2020

„Mama, meinst du, dass wir heute Dornröschen treffen werden?“ „Das ist schon gut möglich, denn schließlich besuchen wir Niedersachsens Märchenschloss.“

Geplant war ein kleiner Spaziergang rund um das zwischen 1858 und 1867 erbaute Schloss, aber in Wirklichkeit wartete ein richtiges Abenteuer auf uns. Vom Parkplatz, der sich nur einen kurzen Fußweg von der Burg entfernt befindet, folgten wir einem kleinen Pfad in den Wald hinein. Dieser verzweigte sich einige Male und wurde teilweise so schmal, dass wir im Gänsemarsch hintereinander gehen mussten. 

Einmal versperrten umgefallene Baumstämme den Weg und ein anderes Mal endete der Weg bei einer Schlucht und wir mussten ein kleines Stück zurückgehen. Im Wald entdeckten wir ein Tipi aus Ästen und Reste eines Mauerwerkes. Für die Mädels war dieses Abenteuer ganz nach ihrem Geschmack. Nach einer halben Stunde Irrweg, tauchte vor uns ein Teil der Schlossmauer auf. Dieser folgend lichtete sich der Wald schon bald und gab den Blick frei auf „unser“ Märchenschloss. 

Aufgeregt folgten die Mädels der Schlossmauer auf der Suche nach einem Eingang. Einige verschlossene Tore später, kamen wir am Eingangstor an.

Der Schlosshof, den man kostenlos betreten darf, war gut besucht und lud mit dem Café Maries zum Verweilen ein. Auch an einer Schlossführung hätten wir teilnehmen können. Aufgrund der aktuellen Situation entschieden wir uns also lieber für ein Picknick auf der großen Wiese vorm Schloss und wurden mit Sonnenschein und dem traumhaften Ausblick belohnt.

Dornröschen haben wir übrigens doch nicht getroffen, aber dafür waren die Kinder begeistert davon, die tragische Geschichte von König Georg V. von Hannover zu hören, der seiner Königin Marie dieses Schloss erbauen ließ, aber es selbst nie bewohnen konnte.

Kleiner Tipp: Es werden auch kostümierte Führungen sowie extra Kinderführungen in den Schulferien angeboten. Ich würde mir für die Schlossbesichtigung allerdings einen Familientarif wünschen.